Listicles (aus Englischen list und article) gehören seit Jahren zu den beliebtesten Content-Formaten im Online-Marketing. „Top-10-Tools“, „Die besten Anbieter für …“ oder „7 Lösungen im Vergleich“ lassen sich schnell erfassen, versprechen Orientierung und performen oft gut in der Suche.
Pro: Wie ein gutes Listicle aussehen sollte
Wenn du heute ein solches Listicle veröffentlichst, reicht es nicht mehr, einfach zehn Tools oder Anbieter untereinander aufzulisten. Google – und insbesondere die AI Overviews – wollen verstehen, warum genau diese Auswahl getroffen wurde und wem sie wirklich hilft. Ein gutes Listicle beginnt deshalb nicht mit Platz 1, sondern mit Transparenz.
Fokussiere einen Reason why
Bevor du überhaupt das erste Tool nennst, solltest du offenlegen, nach welchen Kriterien du ausgewählt hast. Was war dir wichtig? Was war ein Ausschlusskriterium? Und was hast du bewusst nicht bewertet? Diese Einordnung hilft nicht nur deinen Leserinnen und Lesern, sondern auch Suchmaschinen und KI-Systemen dabei, die Logik hinter deinem Inhalt zu verstehen. Genau diese Logik ist entscheidend, damit dein Content als vertrauenswürdig eingeordnet wird.
Nenne auch Alternativen
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass du echte Alternativen zeigst – auch dann, wenn sie dir kein Geld bringen. Ein Listicle, das ausschließlich aus Affiliate-Links oder eigenen Produkten besteht, wirkt schnell eigennützig. Wenn du dagegen auch Wettbewerber oder Lösungen ohne Monetarisierung fair erwähnst, sendest du ein starkes Signal: Deine Liste ist dafür da, zu informieren, nicht nur zu verkaufen. Für AI Overviews sind solche Inhalte besonders wertvoll, weil sie konfliktärmer und ausgewogener sind.
Ordne die Zielgruppe ein
Ebenso wichtig ist die klare Zielgruppen-Zuordnung. Statt eine Einheitsliste für alle zu bauen, solltest du erklären, für wen welches Tool sinnvoll ist – und für wen eben nicht. Ein gutes Listicle hilft bei echten Entscheidungen, indem es Kontexte schafft: für Einsteiger, für Teams, für große Organisationen oder für stark regulierte Branchen. Diese Differenzierung macht deinen Content deutlich hilfreicher und liefert genau die Entscheidungslogik, nach der KI-Systeme suchen.
Verbessere die Nutzererfahrung
Ein zentrales Qualitätsmerkmal ist außerdem sichtbare Nutzung und echte Erfahrung. Leser merken sehr schnell, ob ein Tool tatsächlich getestet wurde oder ob nur Marketingtexte umformuliert wurden. Screenshots, konkrete Funktionsbeschreibungen oder kurze Einblicke in den praktischen Einsatz zeigen, dass dein Inhalt auf realer Nutzung basiert. Für Google ist das ein wichtiges Signal für Erfahrung – und für AI Overviews oft der Unterschied zwischen Zitation und Ignorieren.
Welche Nachteile könnten möglich sein
Am stärksten wirkt dein Listicle aber dann, wenn du auch Schwächen offen ansprichst – selbst bei eigenen Produkten oder Partnerlösungen. Kein Tool ist für jeden Use Case geeignet, und genau das solltest du ehrlich benennen. Wenn du sagst, wo Grenzen liegen oder für wen eine Lösung keine gute Wahl ist, steigert das deine Glaubwürdigkeit enorm. Für Suchmaschinen und KI-Systeme ist das ein klares Zeichen redaktioneller Unabhängigkeit.
Unterm Strich gilt: Ein gutes Listicle ist heute kein Ranking, sondern eine strukturierte Entscheidungshilfe. Es erklärt nicht nur, was es gibt, sondern vor allem warum etwas empfohlen wird, für wen es passt und wo die Grenzen liegen. Genau diese Kombination aus Transparenz, Kontext und Erfahrung sorgt dafür, dass dein Content langfristig sichtbar bleibt – bei Menschen ebenso wie in AI Overviews.
Contra: Vermeide eigennützige Listicles, die Google inzwischen abstraft
Bei weitem nicht jede Liste automatisch hilfreich. Spätestens seit 2024 betrachtet Google viele dieser Formate deutlich kritischer – insbesondere im Zusammenhang mit AI Overviews. Der Grund dafür sind sogenannte eigennützige Listicles.
Ein Listicle wird dann problematisch, wenn es nicht primär für die Nutzerfrage, sondern für die Interessen des Publishers optimiert ist.
Typisches Muster: „Top 10 Tools für X“
Alle gelisteten Tools gehören dem Publisher selbst, engen Partnern oder sind stark affiliate-getrieben. Relevante Alternativen fehlen oder werden bewusst ignoriert. Bewertungskriterien sind intransparent, vage oder im Nachhinein passend gemacht. Solche Inhalte gelten für Google nicht mehr nur als „schwache SEO“, sondern zunehmend als Bias-Content (PDF zum Downlaoa) – also inhaltlich einseitige Inhalte, die für AI Overviews ungeeignet sind.
Konkrete problematische Ausprägungen (2024/2025)
1. Monopol-Listicles
Beispiel:
„Die besten CRM-Systeme für kleinere un mittlere Unternehmen (KMU)“
- Platz 1–5: Anbieter aus demselben Netzwerk
- Marktführer fehlen komplett oder werden pauschal abgewertet
Warum das problematisch ist:
AI Overviews sollen neutrale, vergleichende Antworten liefern. Inhalte, die offensichtlich nur ein Ökosystem abbilden, gelten als nicht zitierfähig.
Besonders häufig tritt dieses Muster in sensiblen Bereichen auf wie:
- B2B-SaaS (Business-to-Business Software as a Service)
- Finance
- Health
Weitere Beispiele für sinnfreie Listicles sind:
- Fake-Vergleiche ohne echte Vergleichsdimension
- Listen ohne Entscheidungslogik
- Click-Bait-Titel mit enttäuschendem Inhalt
- AI-generierte Massen-Listicles