Leichte Sprache und Einfache Sprache auf Websites

TL;DR

Leichte Sprache vs. Einfache Sprache

Sprachliche Barrierefreiheit bedeutet, Inhalte so zu formulieren, dass sie möglichst viele Menschen verstehen. Dabei unterscheidet man zwischen Leichter Sprache und Einfacher Sprache.

Leichte Sprache folgt festen Regeln, nutzt sehr kurze Sätze und richtet sich vor allem an Menschen mit kognitiven Einschränkungen. Einfache Sprache ist flexibler, erlaubt Erklärungen und eignet sich für eine breite Zielgruppe.

Für die Praxis gilt: Einfache Sprache ist für viele Websites die sinnvollere Lösung, weil sie Verständlichkeit verbessert, ohne Inhalte stark zu reduzieren. Klare Struktur, verständliche Definitionen und eindeutige Absätze können außerdem SEO und die maschinelle Erfassbarkeit unterstützen. Einen direkten Ranking- oder Zitationsbonus für Einfache Sprache gibt es jedoch nicht.

Autor: Wolf-Reinhart Kotzsch

Zuletzt aktualisiert:

SEO-Experte mit langjähriger Erfahrung aus Agenturen und eigenen Projekten. Schwerpunkt heute: KI-Suche, AEO und Sichtbarkeit in generativen Suchsystemen.

Leichte Sprache ist stark geregelt und klar strukturiert

Leichte Sprache ist keine vereinfachte „Variante“, die man nach Gefühl schreibt. Sie orientiert sich an etablierten Regelwerken und seit 2025 zusätzlich an der DIN SPEC 33429 „Empfehlungen für Deutsche Leichte Sprache“. Wenn du Inhalte in Leichter Sprache anbietest, verpflichtest du dich zu einer stark reduzierten, kontrollierten Form der Kommunikation.

Das bedeutet konkret: Du verwendest sehr kurze, übersichtliche Sätze und möglichst nur eine Kernaussage pro Satz. Komplexe Nebensatzkonstruktionen werden vermieden. Fremd- und Fachwörter werden möglichst vermieden oder unmittelbar erklärt. Auch Zahlen, Zeitangaben oder abstrakte Begriffe werden verständlich aufbereitet. Zusätzlich spielen Layout, Schriftgröße, Zeilenabstand, Gliederung und unterstützende Bilder eine wichtige Rolle.

Leichte Sprache richtet sich vor allem an Menschen mit kognitiven Einschränkungen oder Lernschwierigkeiten. Eine Prüfung durch Menschen aus der Zielgruppe ist deshalb fachlich besonders wertvoll und bei mehreren Gütesiegeln sogar Voraussetzung. Sie ist aber nicht bei jedem Regelwerk oder Logo zwingend vorgeschrieben.

Für dich heißt das: Leichte Sprache ist kein Marketinginstrument, sondern ein klar geregeltes Kommunikationsformat mit Verantwortung.

Einfache Sprache ist verständlich, aber flexibler

Einfache Sprache ist weniger restriktiv als Leichte Sprache, inzwischen aber ebenfalls normativ beschrieben. Seit 2024 geben DIN ISO 24495-1 und DIN 8581-1 konkrete Grundsätze und sprachspezifische Leitlinien vor. Einfache Sprache orientiert sich an klarer, alltagstauglicher Kommunikation, ohne Inhalte extrem zu reduzieren. Du darfst Nebensätze verwenden. Fachbegriffe sind erlaubt – solange du sie erklärst. Auch komplexere Zusammenhänge lassen sich darstellen, wenn sie logisch aufgebaut sind.

Das Ziel ist nicht maximale Vereinfachung, sondern bessere Verständlichkeit. Einfache Sprache spricht daher eine breitere Zielgruppe an: Menschen mit geringen Deutschkenntnissen, ältere Nutzer, aber auch gestresste Leser oder Schnell-Leser.

Für deine Website bedeutet das: Einfache Sprache hilft dir, Inhalte zugänglicher zu machen, ohne fachliche Tiefe vollständig zu verlieren. Sie ist in vielen Fällen die praktikablere Lösung.

Sprachstufen A1, A2 und B1 richtig einordnen: Häufig wird Leichte Sprache ungefähr den GERS-Stufen A1 bis A2 und Einfache Sprache ungefähr B1 zugeordnet. Diese Zuordnung ist aber kein allgemeingültiges DIN-Klassifikationssystem. Sie wird beispielsweise von capito als eigenes Stufenmodell verwendet. Die DIN ISO 24495-1 und DIN 8581-1 definieren Einfache Sprache nicht einfach als „B1-Text“.

Für die Praxis ist die Orientierung trotzdem nützlich: A1/A2 steht für sehr stark vereinfachte, erklärende Kommunikation; B1 bleibt näher an Alltagssprache und kann komplexere Sachverhalte erhalten. Entscheidend sind immer Zielgruppe, Vorwissen, Situation und Zweck des Textes.

Erweiterte Zielgruppen: Einfache Sprache kann insbesondere Menschen mit Deutsch als Zweit- oder Fremdsprache, Personen mit geringerer Lesekompetenz, fachfremden Leserinnen und Lesern sowie Lernenden helfen. Eine feste Grenze wie „Schüler bis Klasse 10“ ist dagegen kein allgemein anerkannter Standard und sollte nicht als normative Zielgruppendefinition verwendet werden.

Leichte Sprache und Einfache Sprache im direkten Vergleich

Beide Konzepte verbessern Verständlichkeit, verfolgen aber unterschiedliche Ziele. Leichte Sprache reduziert stärker und richtet sich an klar definierte Zielgruppen. Einfache Sprache bleibt näher an der Standardsprache und eignet sich deshalb besser für viele Unternehmens-, Fach- und Webinhalte.

Kriterium Leichte Sprache Einfache Sprache Standardsprache
Ziel maximale Zugänglichkeit und starke Reduktion sprachlicher Barrieren hohe Verständlichkeit bei möglichst erhaltener fachlicher Tiefe allgemeine Kommunikation ohne besondere Vereinfachungsstufe
Satzbau sehr kurz, möglichst eine Kernaussage je Satz, komplexe Nebensätze vermeiden kurz bis mittellang, Nebensätze möglich, wenn sie übersichtlich bleiben keine besondere Beschränkung
Fachbegriffe möglichst vermeiden oder direkt erklären erlaubt, wenn sie verständlich erklärt werden zielgruppenabhängig
Sprachniveau als Orientierung häufig etwa A1 bis A2; unter anderem im capito-Modell häufig etwa B1; keine pauschale DIN-Gleichsetzung mit einer GERS-Stufe abhängig von Zielgruppe und Fachkontext
Zielgruppenprüfung fachlich sehr sinnvoll, bei mehreren Gütesiegeln verpflichtend nicht generell vorgeschrieben, Nutzertests aber sinnvoll nicht vorgesehen
Typischer Web-Einsatz Behörden, soziale Einrichtungen, inklusive Angebote, spezielle Zielgruppen Unternehmensseiten, Ratgeber, Service, Bewerberkommunikation, Fachinhalte allgemeine Websites und Fachkommunikation

DIN-Normen und Standards: Was gilt für welche Sprachform?

Seit 2024 und 2025 ist die Abgrenzung deutlich klarer geworden. Für Einfache Sprache existieren inzwischen konkrete DIN-Normen. Für Deutsche Leichte Sprache gibt es mit der DIN SPEC 33429 eine eigene Spezifikation. Die DIN 1450 ist dagegen keine Sprachnorm, sondern behandelt die Leserlichkeit von Schriften.

Regelwerk Stand Bereich Praxisnutzen
DIN ISO 24495-1 2024-03 Einfache Sprache / Plain Language Grundsätze und Leitlinien für verständliche Dokumente
DIN 8581-1 2024-05 Einfache Sprache im Deutschen sprachspezifische Festlegungen für deutsche Texte
DIN SPEC 33429 2025-03 Deutsche Leichte Sprache Empfehlungen zu Sprache, Gestaltung, Bildern, Erstellung und Prüfung
DIN 1450 2024-11 Schriften – Leserlichkeit Schriftgestaltung und Leserlichkeit; keine Norm für Leichte oder Einfache Sprache
Wichtig: Die DIN SPEC 33429 ist eine Spezifikation mit Empfehlungen und kein identischer Normtyp wie DIN ISO 24495-1 oder DIN 8581-1. Die DIN 1450 sollte außerdem nicht auf „Printmedien“ verkürzt werden: Die aktuelle Ausgabe behandelt die Leserlichkeit von Schriften und Textinformationen grundsätzlich.

EN 301 549 und WCAG: technische Standards für digitale Barrierefreiheit

Die Sprachstandards beantworten nicht die technischen Anforderungen an eine barrierefreie Website. Dafür ist im europäischen Kontext insbesondere die EN 301 549 relevant. Für Websites verweist sie auf die Erfolgskriterien der Web Content Accessibility Guidelines (WCAG).

Standard Stand September 2026 Bedeutung für Websites
EN 301 549 V3.2.1 2021; weiterhin maßgebliche harmonisierte Referenz, solange die neue Fassung noch nicht im EU-Amtsblatt zitiert ist verweist für Webinhalte auf WCAG 2.1, Konformitätsstufen A und AA
EN 301 549 V4.1.1 im September 2026 veröffentlicht, aber noch nicht automatisch die harmonisierte Rechtsreferenz übernimmt WCAG 2.2 als technischen Web-Benchmark und ergänzt sechs A/AA-Erfolgskriterien
WCAG 2.2 aktuelle W3C-Empfehlung für neue und überarbeitete Projekte das sinnvollere technische Ziel; WCAG 2.2 ist rückwärtskompatibel zu WCAG 2.1
Stand 12. September 2026: Die EN 301 549 V4.1.1 ist veröffentlicht und richtet Webanforderungen auf WCAG 2.2 aus. Für die rechtliche Vermutungswirkung im europäischen Kontext ist jedoch die formale Zitierung als harmonisierte Norm entscheidend. Bis dahin sollte bei BFSG-Prüfungen klar dokumentiert werden, gegen welche Normfassung getestet wurde.

Wirtschaftlicher Nutzen, ROI und BFSG

Verständliche Sprache ist nicht nur ein Barrierefreiheitsthema. Für Unternehmen kann sie ganz konkrete betriebliche Effekte haben: weniger Missverständnisse, weniger Rückfragen, niedrigere Abbruchraten in Formularen, verständlichere Produkt- und Serviceinformationen und ein größerer erreichbarer Bewerberkreis.

Unternehmensziel Möglicher Effekt verständlicher Sprache Sinnvolle Messgröße
Kundenservice entlasten weniger Verständnisfragen zu Abläufen, Produkten, Verträgen oder Formularen Supportkontakte pro 1.000 Sitzungen, Wiederholungsanfragen
Conversion verbessern klarere Handlungsanweisungen und geringere kognitive Belastung Formularabschluss, Warenkorb-Abbruch, Task-Completion
Recruiting öffnen Stellenanzeigen werden auch für Bewerber mit geringerer Sprachkompetenz verständlicher qualifizierte Bewerbungen, Abbruchquote im Bewerbungsprozess
Fehler vermeiden Arbeits- und Sicherheitsanweisungen werden leichter verstanden Fehlerquote, Rückfragen, Nachschulungen, sicherheitsrelevante Vorfälle

Die Zahl „bis zu 20 Millionen“ richtig einordnen

Die häufig genannte Größenordnung von bis zu 20 Millionen Menschen in Deutschland, die von Leichter oder Einfacher Sprache profitieren können, wird unter anderem vom Anbieter SUMM AI verwendet. Sie eignet sich als Hinweis auf eine große potenzielle Zielgruppe, aber nicht als belastbare Marktgröße oder als pauschale Zahl zusätzlicher Kunden. Für eine ROI-Rechnung solltest du deshalb mit eigenen Nutzungs-, Support- und Conversion-Daten arbeiten.

Arbeitssicherheit: 37 Prozent sind ein Fallbeispiel, keine allgemeine Kennzahl

SUMM AI berichtet aus einem Projekt mit DB Services im Bereich ICE-Wartung und -Reinigung von einer Verbesserung des Verständnisses von Arbeitsanweisungen um mehr als 37 Prozent bei Mitarbeitenden mit Sprachniveau A1 bis A2. Das ist ein interessantes Praxisbeispiel, aber kein allgemeingültiger wissenschaftlicher Effektwert für Leichte Sprache.

BFSG: relevant für die Privatwirtschaft – aber nicht für jede Website

Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für bestimmte Produkte und Dienstleistungen im privaten Wirtschaftsbereich. Dazu gehören unter anderem Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr, also beispielsweise viele Online-Shops und digitale Prozesse, die auf den Abschluss eines Verbrauchervertrags zielen.

Eine reine Informations- oder Präsentationswebsite fällt nicht automatisch unter das BFSG. Außerdem sind Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, unter bestimmten Voraussetzungen ausgenommen.

Entscheidend: Das BFSG verpflichtet nicht pauschal dazu, Inhalte in Leichter Sprache anzubieten. Es verlangt für die erfassten Produkte und Dienstleistungen Barrierefreiheit. Verständliche Sprache kann dabei ein wichtiger Baustein sein, ist aber nicht mit einer generellen Pflicht zu Leichter Sprache gleichzusetzen.

BFSG-Informationspflicht ist nicht die BITV-Erklärung zur Barrierefreiheit

Für private Dienstleistungserbringer, die tatsächlich unter das BFSG fallen, enthält § 14 BFSG in Verbindung mit Anlage 3 eine eigene Informationspflicht. Diese Angaben müssen unter anderem die Dienstleistung beschreiben, erklären, wie die Barrierefreiheitsanforderungen erfüllt werden, und die zuständige Marktüberwachungsbehörde nennen.

Diese „Informationen zur Barrierefreiheit“ sind nicht identisch mit der formalen „Erklärung zur Barrierefreiheit“ nach BGG/BITV für öffentliche Stellen des Bundes. Auch eine Schlichtungsstelle muss in den BFSG-Informationen nach Anlage 3 nicht in derselben Weise angegeben werden wie bei der behördlichen Erklärung.

Rechtsfolgen: keine pauschalen „1.500 bis 3.000 Euro Abmahnkosten“

Mögliche Folge Einordnung
Marktüberwachung Die Marktüberwachungsstelle kann die Herstellung der Konformität verlangen und bei fortbestehenden Verstößen weitere Maßnahmen ergreifen.
Bußgeld § 37 BFSG sieht je nach Tatbestand Bußgelder bis 10.000 Euro oder bis 100.000 Euro vor. Das Anbieten oder Erbringen einer nicht konformen Dienstleistung kann zu den Tatbeständen mit einem Höchstbetrag von 100.000 Euro gehören.
Verbraucher und Verbände Sie können die Marktüberwachung zum Tätigwerden auffordern; außerdem bestehen gesetzlich vorgesehene Klage- und Schlichtungsmöglichkeiten.
Wichtig: Eine pauschale BFSG-Angabe von „1.500 bis 3.000 Euro Abmahnkosten“ lässt sich aus dem BFSG nicht ableiten. Solche Beträge sollten nicht als gesetzliche Standardfolge dargestellt werden. Die Zahl von rund 3.000 Euro taucht in anderen Zusammenhängen etwa als behaupteter durchschnittlicher Kostenwert eines Arbeitsunfalls auf und darf nicht mit BFSG-Sanktionen verwechselt werden.

Was die LeiSA-Studie über Leichte Sprache im Arbeitsleben zeigt

Die LeiSA-Studie untersuchte nicht nur, ob Texte einfacher zu verstehen sind, sondern ob Leichte Sprache die berufliche Teilhabe verändert. In einem mehrjährigen Vergleich wurden 60 Menschen in zwei Gruppen begleitet; betrachtet wurden unter anderem Kompetenz, Motivation und Zufriedenheit. Eine Gruppe erhielt Texte in Leichter Sprache sowie eine Schulung, die Vergleichsgruppe nicht.

Die Ergebnisse sind gerade deshalb interessant, weil sie nicht nur positiv ausfallen. Beschäftigte und Arbeitgeber berichteten von besserer Orientierung in Arbeitsabläufen. Beschäftigte nannten außerdem besseres Lesen und Ausdrücken, mehr Selbstständigkeit und leichteres Nachfragen oder gegenseitiges Helfen.

Die sozialwissenschaftlichen Untersuchungen betrachteten unterschiedliche Arbeitskontexte von Menschen mit Lernschwierigkeiten – unter anderem Werkstätten für behinderte Menschen, Außenarbeitsplätze und integrative beziehungsweise inklusive Arbeitsplätze. Gerade dieser Vergleich ist wichtig: Die Wirkung verständlicher Informationen hängt nicht nur vom Text ab, sondern auch davon, wie viel Selbstbestimmung und reale Teilhabe die jeweilige Arbeitsorganisation zulässt.

Keine einfache Erfolgsformel: Aus LeiSA lässt sich nicht ableiten, dass Leichte Sprache automatisch Kompetenz, Motivation oder Selbstwert in jedem Betrieb steigert. Sie kann Orientierung und selbstständigeres Handeln unterstützen. In einer Werkstattgruppe verschlechterten sich jedoch Motivation und Zufriedenheit im Untersuchungsverlauf. Das spricht dafür, sprachliche Barrierefreiheit immer mit echter Mitbestimmung zu verbinden.

Beobachtung Bedeutung für die Praxis
bessere Orientierung und mehr Selbstständigkeit Leichte Sprache kann konkrete Arbeitsabläufe zugänglicher machen
mehr Wunsch nach Selbstbestimmung verständliche Information kann Erwartungen an echte Teilhabe erhöhen
in einer Werkstattgruppe sanken Motivation und Zufriedenheit Sprache allein verändert keine Organisationskultur und keine Mitbestimmungsstrukturen
Die wichtige Konsequenz: Leichte Sprache darf nicht zur Alibi-Maßnahme werden. Wenn Beschäftigte Informationen besser verstehen und dadurch mehr Selbstbestimmung einfordern, müssen Prozesse, Führung und Mitbestimmung diese Entwicklung auch zulassen. Sonst kann bessere Verständlichkeit bestehende Widersprüche sogar sichtbarer machen.

Leichte Sprache im Web: Grundregeln und technische Umsetzung trennen

Beim Thema Website ist eine saubere Trennung der Quellen wichtig. Der BMAS-Ratgeber „Leichte Sprache – Ein Ratgeber“ und die Regeln des Netzwerks Leichte Sprache liefern vor allem sprachliche und nutzerbezogene Grundsätze. Sie sind wertvoll für die Frage, wie ein Angebot in Leichter Sprache auffindbar, verständlich und zielgruppengerecht gestaltet wird. Sie sind aber kein technisches Handbuch für WordPress, HTML, SEO oder Suchmaschinenindexierung.

Ebene Was dafür relevant ist Was daraus nicht automatisch folgt
Leichte-Sprache-Grundregeln Bereich gut auffindbar machen, verständliche Navigation, ergänzende Zugänge wie Audio oder Erklär-Videos, Prüfung mit Menschen aus der Zielgruppe keine Aussage über Canonicals, hreflang, WordPress-Architektur oder Google-Indexierung
Technische Barrierefreiheit WCAG, EN 301 549, semantisches HTML, Tastaturbedienung, Fokus, Formular-Labels, Alternativtexte und Screenreader-Kompatibilität sprachliche Vereinfachung allein macht eine Website nicht technisch barrierefrei
WordPress und CMS Theme-Qualität, Plugins, Templates, Sprachvarianten, URL-Struktur und redaktionelle Pflege ein Accessibility-Plugin oder ein accessibility-ready Theme garantiert keine barrierefreie Gesamtwebsite
SEO, GEO und AI Search Google Search Central, Indexierbarkeit, Canonical-Logik, interne Verlinkung, Suchintention und sichtbarer Content kein besonderer Ranking- oder Zitationsbonus allein durch das Label „Einfache Sprache“

Was die klassischen Regeln für „Leichtes Internet“ sinnvoll beitragen

  • Auffindbarkeit: Ein Angebot in Leichter Sprache sollte von zentralen Einstiegsseiten aus direkt und eindeutig erreichbar sein. Bei einer Website mit eigenem Leichte-Sprache-Bereich ist ein gut sichtbarer Einstieg auf der Startseite besonders sinnvoll.
  • Zusätzliche Zugänge: Audiofassungen, Vorlesefunktionen oder Erklär-Videos können die Nutzung erleichtern. Sie ergänzen den zugänglichen Text, ersetzen ihn aber nicht.
  • Zielgruppenprüfung: Menschen mit Lernschwierigkeiten sollten bei professionellen Leichte-Sprache-Angeboten in die Prüfung einbezogen werden. Ob eine solche Prüfung zwingend ist, hängt vom verwendeten Regelwerk, Qualitätssystem oder Logo ab.
  • BITV-Kontext: Ältere Ratgeber verweisen für öffentliche Stellen auf BITV-orientierte Hilfen. Für eine aktuelle technische Bewertung sind heute vor allem die geltenden gesetzlichen Anforderungen, EN 301 549 und WCAG maßgeblich.
Der entscheidende Information Gain für moderne Websites: Erst die Verbindung dieser Grundregeln mit CMS-Architektur, semantischem HTML, Indexierungssteuerung, Accessibility-Tests und Suchmaschinenanforderungen macht daraus eine belastbare WordPress- und SEO-Strategie.

Barrierefreiheit in WordPress umsetzen

Wenn du Leichte Sprache oder Einfache Sprache in deinem WordPress einsetzen möchtest, beginnt das bei der Konzeption.

Ein WP-Plugin für Barrierefreiheit gehört natürlich auch dazu. Ein Plugin allein macht eine Website allerdings nicht barrierefrei: Struktur, Tastaturbedienung, Kontraste, Alternativtexte, Formulare und redaktionelle Inhalte müssen zusätzlich geprüft werden.

Du solltest dir zunächst überlegen, welche Zielgruppe du konkret ansprechen willst. Geht es um verpflichtende Angebote in Leichter Sprache? Oder möchtest du deine Inhalte allgemein verständlicher formulieren?

Technisch ist WordPress gut geeignet, um unterschiedliche Sprachversionen bereitzustellen. Du kannst eigene Unterseiten für Leichte Sprache anlegen oder Abschnitte innerhalb eines Artikels klar kennzeichnen. Wichtig ist eine saubere Struktur mit klaren Überschriften, eindeutigen Seitentiteln und verständlichen Linktexten.

Wenn du Leichte Sprache anbietest, sollte diese als eigenständiger, klar gekennzeichneter Bereich erscheinen. Einfache Sprache hingegen kann direkt in deine regulären Inhalte integriert werden – etwa durch verständliche Einleitungen oder erklärende Abschnitte.

Eine mögliche saubere und skalierbare Lösung für Einfache Sprache ist die Umsetzung als getrennte Inhalts- oder Sprachvariante. In WordPress kann dafür beispielsweise WPML eingesetzt werden.

Einfache Sprache mit WPML umsetzen

Mit WPML kannst du Einfache Sprache als eigene benutzerdefinierte Sprach- oder Inhaltsvariante verwalten. Das ist besonders dann interessant, wenn du viele parallele Seiten pflegen, getrennte URL-Verzeichnisse nutzen und einen sichtbaren Wechsel zwischen Standard- und einfacher Version anbieten möchtest.

Das hat einen entscheidenden Vorteil: Du trennst Inhalte sauber voneinander – sowohl für Nutzer als auch für Suchmaschinen und KI-Systeme.

So gehst du vor:

  • Eigene WPML-Variante: Du kannst eine benutzerdefinierte Variante anlegen und beispielsweise de-simple als interne Bezeichnung oder URL-Verzeichnis verwenden. Wichtig: Diese interne Bezeichnung ist nicht automatisch ein gültiger hreflang-Wert.
  • Klare Auffindbarkeit: Platziere den Link zur einfachen Version sichtbar im Header. Das hilft Nutzern und schafft eine eindeutige interne Verknüpfung. Für Suchmaschinen oder KI-Systeme ist „Einfache Sprache“ dabei kein spezielles Ranking-Signal.
  • Saubere Trennung: Jede Version erhält ihre eigene URL-Struktur. Dadurch lassen sich Suchintention, interne Verlinkung und Indexierung gezielt steuern.

Empfohlene URL-Struktur:

  • /de/seo-strategie/ → Standardversion
  • /de-simple/seo-strategie/ → Einfache Sprache

Diese klare Trennung ermöglicht, dass beide Versionen unabhängig voneinander indexiert werden können und jeweils ihre eigene Zielgruppe bedienen – sofern sich die Seiten in Zweck, Aufbereitung und Suchintention ausreichend unterscheiden.

Canonical-Tag richtig setzen:

Wenn beide Versionen eigenständig indexiert werden sollen, sollte jede Version einen eigenen Canonical-Tag besitzen und auf sich selbst verweisen.

Beispiel Standardversion:

<link rel="canonical" href="https://zurwebsite.de/de/seo-strategie/" />

Beispiel Einfache Sprache:

<link rel="canonical" href="https://zurwebsite.de/de-simple/seo-strategie/" />

Wichtig: Soll die einfache Version eigenständig indexiert werden, darf ihr Canonical nicht auf die Standardversion zeigen. Die beiden Seiten sollten dann tatsächlich eigenständige Varianten mit unterschiedlicher Aufbereitung und Zielsetzung sein – nicht nur nahezu identische Kopien.

Canonical allein löst keine Doppelungs- oder Kannibalisierungsprobleme: Ein selbstreferenzierender Canonical ist nur ein technisches Signal. Damit beide Versionen sinnvoll eigenständig indexiert werden können, sollten sie sich in Zielgruppe, Aufbereitung, Suchintention und idealerweise auch in der Informationsstruktur erkennbar unterscheiden.

Wichtig: Diese technische Trennung ist ein klarer Vorteil gegenüber „eingestreuten Vereinfachungen“ innerhalb eines Textes – insbesondere im Kontext von SEO, GEO und AEO.

Achtung bei hreflang: de-simple kann als interne URL- oder WPML-Bezeichnung sinnvoll sein, ist aber kein von Google unterstützter hreflang-Sprachcode. Google erwartet dafür einen Sprachcode nach ISO 639-1 und optional einen Regionscode nach ISO 3166-1. Für zwei deutschsprachige Varianten „Standard“ und „Einfach“ solltest du hreflang="de-simple" deshalb nicht verwenden.
WPML-Prüfpunkt: WPML erzeugt hreflang-Tags automatisch. Bei einer selbst angelegten Custom Language musst du deshalb kontrollieren, welchen Wert WPML tatsächlich im Quelltext ausgibt. Ein interner Code oder Verzeichnisname wie de-simple darf nicht ungeprüft als hreflang="de-simple" erscheinen. Prüfe nach der Einrichtung den gerenderten Quelltext jeder Sprachvariante.

Erstellung der Inhalte: Einfache Sprache mit KI

Die Inhalte für deine Version in Einfacher Sprache lassen sich effizient mit KI-Unterstützung erstellen – zum Beispiel mit Tools wie ChatGPT oder spezialisierten Plugins.

Allerdings gilt: Gute Einfache Sprache entsteht nicht automatisch. Du brauchst klare Anweisungen im Prompting, etwa:

  • klare Satzstruktur
  • aktive Sprache
  • Erklärung von Fachbegriffen
  • logischer Aufbau ohne Sprünge

Nur so entstehen Texte, die wirklich verständlich sind – und nicht nur oberflächlich vereinfacht wirken.

KI-gestützte Übersetzung: Entwurf ja, Freigabe nein

Neben allgemeinen Sprachmodellen gibt es spezialisierte Systeme wie SUMM AI, die Texte in Leichte oder Einfache Sprache übertragen. Solche Werkzeuge können Redaktionen stark beschleunigen, ersetzen aber weder fachliche Prüfung noch Zielgruppenkenntnis.

Für einen belastbaren Workflow solltest du drei Schritte trennen:

  1. Übersetzen oder vereinfachen: KI erstellt einen ersten Entwurf auf dem gewünschten Sprachniveau.
  2. Post-Editing: Ein Mensch prüft Inhalt, Fachbegriffe, Auslassungen, Ton, Konsistenz und rechtlich sensible Aussagen.
  3. Verständlichkeitsprüfung: Bei Leichter Sprache sollte – je nach Qualitätsanspruch und gewünschtem Siegel – zusätzlich eine Prüfung mit Menschen aus der Zielgruppe erfolgen.

Prompting bleibt wichtig: Gib Zielgruppe, gewünschtes Sprachniveau, Begriffe, die nicht verändert werden dürfen, maximale Satzlänge, gewünschte Erklärungen und den Umgang mit Zahlen oder Fachwörtern vor. Ein allgemeiner Prompt wie „Schreib das einfacher“ reicht nicht.

Einsatz auf WordPress-Websites

Nicht jede Website braucht Leichte Sprache. Der Einsatz hängt stark von deinem Projekt ab. Leichte Sprache ist besonders relevant für Behörden, soziale Einrichtungen oder Organisationen mit klar definierten Zielgruppen. Hier kann es sogar rechtliche Anforderungen geben.

Einfache Sprache eignet sich dagegen für nahezu jede Website. Gerade Blogs, Unternehmensseiten oder Informationsportale profitieren von klarer, verständlicher Kommunikation. Du kannst beispielsweise deine Artikel mit einer kurzen, verständlichen Einordnung beginnen und danach in die fachliche Tiefe gehen.

Ein bewährter Ansatz: Du kombinierst beide Ebenen strategisch. Eine Version in Einfacher Sprache sorgt für breite Verständlichkeit – während deine regulären Inhalte die fachliche Tiefe abdecken.

Warum Einfache Sprache in der Praxis oft die bessere Wahl ist:

  • Flexibilität: Nebensätze und Fachbegriffe sind erlaubt – solange sie verständlich erklärt werden.
  • Breite Zielgruppe: geeignet für Nutzer mit wenig Zeit, geringeren Sprachkenntnissen oder erhöhtem Informationsbedarf.
  • Inhaltliche Tiefe bleibt erhalten: komplexe Themen können verständlich vermittelt werden, ohne sie zu stark zu vereinfachen.

Wichtig: Vermeide Mischformen ohne Konzept. Entweder du entscheidest dich bewusst für Leichte Sprache mit klarer Struktur – oder du optimierst deine Inhalte konsequent in Richtung Einfache Sprache.

Accessibility-Ready Themes: gute Basis, aber keine Garantie

Im WordPress-Repository können Themes nach einem manuellen Review das Kennzeichen accessibility-ready erhalten. Die Anforderungen wurden 2026 aktualisiert und umfassen unter anderem Tastaturbedienung, zugängliche Namen und Zustände von Bedienelementen, beschriftete Formularfelder, sinnvolle Überschriftenstrukturen, Kontraste sowie Unterstützung für Reflow, Vergrößerung und Textabstände.

Das Label bezieht sich auf das Theme und beweist nicht, dass die fertige Website barrierefrei ist. Plugins, eigene Templates, Page-Builder, redaktionelle Inhalte, Farben, Formulare und nachträgliche Anpassungen können neue Barrieren erzeugen.

POUR und semantisches HTML: die technische Mindestlogik

WCAG-Prinzip WordPress-/HTML-Praxis
Perceivable – wahrnehmbar Informative Bilder brauchen passende Alternativtexte. Rein dekorative Bilder erhalten ein leeres alt="", damit Screenreader sie ignorieren können. Text und Bedienelemente benötigen ausreichende Kontraste.
Operable – bedienbar Navigation, Menüs, Accordions, Formulare und Dialoge müssen ohne Maus bedienbar sein. Tastaturfokus muss sichtbar bleiben; Tastaturfallen sind zu vermeiden.
Understandable – verständlich Die Hauptsprache muss korrekt ausgezeichnet sein; Formularfelder brauchen verständliche Beschriftungen; Fehlermeldungen und Bedienabläufe sollten konsistent und verständlich sein.
Robust – robust Semantisches HTML und native Bedienelemente sind zu bevorzugen. Eigene Komponenten müssen korrekte Namen, Rollen und Zustände bereitstellen und mit assistiven Technologien getestet werden.

Dokumentsprache:

<html lang="de">

Dekoratives Bild:

<img src="dekorativ.svg" alt="" />

Formularfeld mit sichtbarer Beschriftung:

<label for="email">E-Mail-Adresse</label>
<input id="email" name="email" type="email" autocomplete="email" />

Überschriften: Eine klare Hauptüberschrift mit logisch folgenden H2- und H3-Ebenen ist für WordPress und SEO sehr sinnvoll. WCAG schreibt jedoch nicht pauschal „genau eine H1“ vor. Entscheidend sind aussagekräftige Überschriften und eine nachvollziehbare Hierarchie ohne unnötige Ebenensprünge.

Digitale Prüf-Tools für barrierefreie Websites

Automatische Tests finden viele technische Probleme schnell, ersetzen aber keine manuelle Prüfung. Für einen brauchbaren Accessibility-Check solltest du automatisierte Tools, Tastaturtests und einen echten Screenreader kombinieren.

Tool Stärke Kosten Einsatz
WAVE visualisiert WCAG-relevante Fehler, Struktur und Kontraste direkt auf der Seite Online-Tool und Browser-Erweiterung mit kostenloser Basisnutzung schneller redaktioneller und technischer Seitencheck
axe DevTools automatisierte Accessibility-Prüfung auf Basis von axe-core kostenlose Browser-Erweiterung, zusätzliche Pro-Funktionen kostenpflichtig Entwicklung, QA und Fehleranalyse
Google Lighthouse automatisierter Accessibility-Audit zusammen mit Performance und SEO kostenlos in Chrome DevTools und PageSpeed Insights nutzbar schneller technischer Überblick
NVDA echter Screenreader für Windows kostenlos manuelle Prüfung von Navigation, Linktexten, Überschriften, Formularen und Lesereihenfolge
Minimum für die Praxis: Prüfe zusätzlich ohne Maus mit Tab, Shift + Tab, Enter, Leertaste und Esc. Kein automatisches Tool kann allein bestätigen, dass eine Website tatsächlich barrierefrei ist.

SEO-Strategie: Chancen und Risiken

Sprachliche Vereinfachung kann deine Suchmaschinenoptimierung indirekt und strategisch unterstützen. Ein klar strukturierter Text, kurze Sätze und verständliche Definitionen verbessern in erster Linie die Nutzbarkeit und können zugleich die maschinelle Erfassung erleichtern. Ob sich dadurch Absprungrate, Verweildauer oder Rankings verbessern, hängt vom konkreten Inhalt und Nutzerverhalten ab. Unabhängig davon lassen sich Suchintentionen wie „einfach erklärt“ gezielt bedienen.

Einfache Sprache kann praktische Vorteile für SEO, GEO und AEO bieten:

  • Bessere Nutzererfahrung: geringere kognitive Belastung kann Absprungraten senken und die Verweildauer erhöhen.
  • Maschinelle Erfassbarkeit: klare Formulierungen, eindeutige Begriffe und sauber getrennte Absätze können die Extraktion und Zuordnung von Informationen erleichtern.
  • Bessere Extrahierbarkeit: klare Definitionen, eindeutige Absätze und saubere Überschriften können Inhalte leichter erfassbar machen. Ein direkter Ranking- oder Zitationsbonus für „Einfache Sprache“ ist jedoch nicht belegt.
  • Gezielte Suchintention: Suchanfragen wie „einfach erklärt“ lassen sich gezielt bedienen.

AI Overviews und GEO: kein eigener Bonus für Einfache Sprache

Für Google gilt auch bei AI Overviews und AI Mode: Die normalen SEO-Grundlagen bleiben maßgeblich. Google nennt keine besondere „Einfache-Sprache“-Optimierung und keinen speziellen GEO- oder AEO-Faktor. Wichtig bleiben indexierbare Inhalte, interne Verlinkung, gute Nutzererfahrung, hilfreiche Informationen und strukturierte Daten, die zum sichtbaren Inhalt passen.

Damit ist Einfache Sprache trotzdem strategisch interessant – nur aus einem anderen Grund: Klare Definitionen, eindeutige Aussagen und nachvollziehbare Abschnitte helfen Menschen und können Informationen für verschiedene Systeme leichter erfassbar machen. Daraus lässt sich aber keine Garantie ableiten, häufiger in AI Overviews oder anderen KI-Antworten zitiert zu werden.

Standardversion und Einfache Sprache SEO-seitig trennen

Element Standardversion Version in Einfacher Sprache
Primäre Suchintention fachliche Tiefe, Vollständigkeit, Experteninformation Verständlichkeit, Orientierung, „einfach erklärt“
Title und H1 fachlich präzise klar als einfache Version kennzeichnen
Canonical selbstreferenzierend, wenn eigenständig indexiert selbstreferenzierend, wenn eigenständig indexiert
Interne Verlinkung sichtbarer Wechsel zur einfachen Version sichtbarer Rückweg zur Standardversion
hreflang nur mit gültigen Sprach-/Regionscodes de-simple nicht als Google-hreflang verwenden
Wichtig für parallele Versionen: Unterschiedliche URLs und selbstreferenzierende Canonicals verhindern nicht automatisch Keyword-Kannibalisierung. Die Version in Einfacher oder Leichter Sprache sollte einen klaren eigenen Nutzungszweck und eine erkennbare Suchintention besitzen. Sonst konkurrieren zwei sehr ähnliche Seiten trotz technisch korrekter Canonicals um dieselben Signale.

Bei Leichter Sprache ist die SEO-Strategie sensibler

Wenn du parallele Versionen eines Inhalts anbietest – einmal normal, einmal in Leichter Sprache – kann es zu inhaltlichen Überschneidungen kommen. Das kann interne Konkurrenz erzeugen, wenn beide Seiten auf dieselben Keywords optimiert sind. Deshalb solltest du klare Suchintentionen definieren und die Versionen sauber voneinander abgrenzen. Leichte Sprache richtet sich primär an eine Zielgruppe, nicht an ein Keyword.

Der SEO-relevante Vergleich:

  • Einfache Sprache ist häufig SEO-freundlich integrierbar und sauber über eigene Sprachversionen skalierbar.
  • Leichte Sprache erfordert eine bewusste Struktur-, Zielgruppen- und Keyword-Strategie.

Fazit aus technischer und strategischer Sicht: Die Kombination aus Einfacher Sprache und einer sauberen Umsetzung über WPML – zum Beispiel mit de-simple – schafft ein stabiles Fundament, sowohl für Nutzer als auch für moderne KI-Suchsysteme.

Qualitätssiegel und Logos im Vergleich

Bei Leichter und Einfacher Sprache gibt es kein einziges, allgemein verbindliches Prüfsiegel. Entscheidend ist deshalb, welches Regelwerk hinter einem Logo steht, ob eine Zielgruppenprüfung vorgeschrieben ist und ob tatsächlich eine externe Prüfung oder lediglich eine Kennzeichnung nach festgelegten Regeln erfolgt.

Logo / System Sprachniveau / Grundlage Zielgruppenprüfung Was das Zeichen aussagt
Inclusion Europe – Easy-to-Read Logo Europäische Regeln für leicht lesbare und verständliche Informationen Ja. Mindestens eine Person mit intellektueller Behinderung, deren Muttersprache der verwendeten Sprache entspricht, soll den Text prüfen; die Prüfer sollen genannt werden. Das Logo darf kostenfrei genutzt werden, wenn die Bedingungen von Inclusion Europe erfüllt sind.
capito Gütesiegel A1 und A2 für sehr leicht verständliche Inhalte; B1 für Einfache Sprache Ja. Die capito-Methode sieht eine standardisierte Prüfung durch Personen aus der Zielgruppe vor. Kennzeichnet nach der capito-Methode erstellte und geprüfte Inhalte auf dem ausgewiesenen Sprachniveau.
Forschungsstelle Leichte Sprache, Universität Hildesheim Regelset der Forschungsstelle für Leichte bzw. Einfache Sprache Nein, nicht zwingend. Die aktuell veröffentlichten Logos sind ausdrücklich nicht an eine Zielgruppenprüfung gebunden. Kennzeichnung bei Anwendung des Regelsets. Das ist von einer verpflichtenden externen Zertifizierung zu unterscheiden.
Logo zur DIN SPEC 33429 Empfehlungen für Deutsche Leichte Sprache nach DIN SPEC 33429:2025-03 Die DIN SPEC beschreibt auch den Erstellungs- und Prüfprozess; die konkrete Nutzung des Logos setzt die Einhaltung der Vorgaben voraus. Das vom BMAS bereitgestellte Logo ist eine Konformitätskennzeichnung für Inhalte nach der DIN SPEC, aber nicht automatisch der Nachweis einer unabhängigen Zertifizierungsstelle.
Wichtig für Auftraggeber: Frage nicht nur nach einem Logo. Lass dir nennen, nach welchem Regelwerk gearbeitet wurde, wer den Text geprüft hat, ob Personen aus der Zielgruppe beteiligt waren und welches konkrete Sprachniveau zugesichert wird.
Zur Forschungsstelle Leichte Sprache: Die aktuell veröffentlichte Seite der Universität Hildesheim spricht von Logos beziehungsweise Siegeln für Leichte und Einfache Sprache und erklärt ausdrücklich, dass deren Nutzung nicht zwingend an eine Zielgruppenprüfung gebunden ist. Eine belastbare aktuelle Unterscheidung „Prüfsiegel mit Zielgruppenprüfung“ versus „rahmenloses Logo ohne Zielgruppenprüfung“ lässt sich daraus nicht ableiten und sollte deshalb nicht als feste Regel dargestellt werden.

Barrierefreie Word- und PDF-Dokumente technisch erstellen

Verständliche Sprache allein macht ein Dokument noch nicht barrierefrei. Die semantische Struktur muss für Screenreader erhalten bleiben. Deshalb beginnt die Arbeit bereits im Word- oder LibreOffice-Dokument und nicht erst nach dem PDF-Export.

1. Dokument sauber strukturieren

  • Überschriften über echte Formatvorlagen anlegen und hierarchisch ordnen – beispielsweise H1, H2 und H3 statt nur fett und groß formatierter Absätze.
  • Listen als echte Listen und Tabellen als echte Tabellen auszeichnen.
  • Dokumenttitel, Sprache, Autor und weitere sinnvolle Metadaten hinterlegen.
  • Eine logische Lesereihenfolge sicherstellen, besonders bei mehrspaltigen Layouts, Textfeldern, Tabellen und Abbildungen.
  • Ausreichende Farbkontraste verwenden und Informationen nie ausschließlich über Farben vermitteln.

2. Bilder mit Alternativtexten versehen

Informationshaltige Bilder brauchen einen kurzen, funktionalen Alternativtext. Rein dekorative Bilder sollten als dekorativ gekennzeichnet werden, damit Screenreader sie überspringen können. Im HTML sieht ein sinnvoll beschriftetes Bild beispielsweise so aus:

<img src="diagramm.jpg" alt="Balkendiagramm: Anteil barrierefreier Seiten steigt von 42 auf 61 Prozent." />

3. PDF nicht über die Druckfunktion erzeugen

Beim Export aus Microsoft Word sollte die PDF-Datei über Speichern unter oder Exportieren erzeugt werden. Die Optionen für Dokumenteigenschaften und Dokumentenstrukturtags für Barrierefreiheit müssen aktiviert sein. Die Druckfunktion kann Strukturinformationen und Tags verlieren.

Wichtig: Microsoft Word allein erzeugt nach Angaben der Bundesfachstelle nicht zuverlässig ein vollständig PDF/UA-konformes Dokument. Für vollständige Konformität kann Nacharbeit mit geeigneter PDF-Software nötig sein. LibreOffice bietet einen PDF/UA-Export direkt im Exportdialog.

4. Keine reinen Bild-Scans als barrierefreies Endformat

Ein eingescanntes Dokument, das nur aus Seitenbildern besteht, enthält keinen zuverlässig zugänglichen Text und keine semantische Struktur. Wenn ein Scan unvermeidbar ist, braucht er mindestens OCR-Texterkennung, eine korrekte Tag-Struktur, Überschriften, Lesereihenfolge, Alternativtexte und eine anschließende Prüfung. Ein Bild-PDF allein ist kein barrierefreies Dokument.

Prüfpunkt Word / LibreOffice PDF-Endkontrolle
Überschriften Formatvorlagen und logische Hierarchie Tags und Reihenfolge kontrollieren
Bilder Alternativtext oder dekorativ markieren Alt-Texte und Zuordnung prüfen
Lesereihenfolge Layout einfach und logisch halten Mit Tags und Screenreader testen
Export Strukturtags und Metadaten erhalten PDF/UA-Konformität und Barrierefreiheit prüfen
Scan Wenn möglich Originaltext statt Scan nutzen OCR plus vollständige semantische Nachbearbeitung

Wichtige Quellen zu Barrierefreiheit, Leichter Sprache und Einfacher Sprache

Die Quellen erfüllen unterschiedliche Aufgaben:

  • BMAS / Netzwerk Leichte Sprache: Regeln, Verständlichkeit, Gestaltung, Auffindbarkeit und Zielgruppenbezug von Leichter Sprache.
  • DIN, EN 301 549 und W3C/WCAG: normative beziehungsweise technische Anforderungen an Sprache, Leserlichkeit und digitale Barrierefreiheit.
  • WordPress-Dokumentation und WPML: CMS-spezifische Umsetzung, Themes, Custom Languages, URL-Strukturen und automatisch erzeugte Sprachsignale.
  • Google Search Central: Indexierung, hreflang, Suchmaschinenanforderungen sowie AI Overviews und AI Mode.
  • LeiSA und Forschungsstellen: empirische Forschung, Zielgruppenwirkung, Arbeitsleben und Qualitätsfragen.

Warum diese Quellen für dich besonders wertvoll sind

  • Autoritativ: Sie stammen von offiziellen Organisationen, Verbänden, Forschungseinrichtungen und Standard-Gremien.
  • Aktuell und praxisrelevant: Sie decken Regeln, Normen, Recht, technische Umsetzung, Prüfverfahren und Forschung ab.
  • Für WordPress-Nutzer einsetzbar: Viele Empfehlungen lassen sich direkt auf Content-Erstellung, Theme-Auswahl, Dokumente und Audit-Prozesse übertragen.

Normen für Einfache und Leichte Sprache

  • DIN ISO 24495-1:2024-03
    Einfache Sprache – Teil 1: Grundsätze und Leitlinien. Die Norm beschreibt grundlegende Prinzipien von Plain Language beziehungsweise Einfacher Sprache.
  • DIN 8581-1:2024-05
    Einfache Sprache – Anwendung für das Deutsche – Teil 1: sprachspezifische Festlegungen. Sie konkretisiert die allgemeinen Prinzipien für deutsche Sachtexte.
  • DIN SPEC 33429:2025-03
    Empfehlungen für Deutsche Leichte Sprache. Sie behandelt Sprache, visuelle Gestaltung, Medienformate, Erstellung und Prüfung sowie Qualifikationen der beteiligten Personen.
  • DIN 1450:2024-11
    Schriften – Leserlichkeit. Relevant für die leserliche Darstellung von Text und Typografie; die aktuelle Ausgabe ist nicht auf Printmedien beschränkt.

Recht und digitale Barrierefreiheit

  • Web Content Accessibility Guidelines (WCAG)
    Internationale Richtlinien des W3C für barrierefreie Webinhalte und zentrale technische Referenz für viele gesetzliche und normative Anforderungen.
  • BITV (Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung)
    Deutsche Rechtsverordnung zur digitalen Barrierefreiheit im öffentlichen Bereich des Bundes. Sie ist nicht allgemein die Rechtsgrundlage für sämtliche privaten Websites.
  • Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG)
    Seit dem 28. Juni 2025 gelten Barrierefreiheitsanforderungen für bestimmte Produkte und Dienstleistungen der Privatwirtschaft, darunter bestimmte Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr.
  • Accessible Rich Internet Applications (ARIA)
    W3C-Spezifikationen zur Zugänglichkeit dynamischer Inhalte und interaktiver Komponenten. Relevant für Entwicklung und Theme-Anpassungen in WordPress.
  • W3C Web Accessibility Initiative (WAI)
    Zentrale Ressource für technische Anleitungen, Tutorials, Checklisten und Standards zur Web Accessibility.
  • EN 301 549
    Europäische Norm für die Barrierefreiheit von IKT-Produkten und -Dienstleistungen. V3.2.1 verweist für Websites auf WCAG 2.1; V4.1.1 wurde im September 2026 veröffentlicht und richtet die Webanforderungen auf WCAG 2.2 aus. Für die rechtliche Vermutungswirkung ist die jeweilige harmonisierte und im EU-Amtsblatt zitierte Fassung entscheidend.

Leichte Sprache – Regeln, Forschung und Qualität

  • BMAS – „Leichte Sprache – Ein Ratgeber“
    Wichtige Grundlage für Regeln, Gestaltung und praktische Anwendung Leichter Sprache. Für moderne WordPress-, HTML-, SEO-, Canonical- oder hreflang-Fragen ist der Ratgeber jedoch nicht die technische Primärquelle.
  • Netzwerk Leichte Sprache
    Wichtiger Anbieter eines etablierten Regelwerks für Leichte Sprache mit praxisnahen Regeln und Empfehlungen.
  • LeiSA – Leichte Sprache im Arbeitsleben
    Forschungsprojekt der Universität Leipzig mit Beteiligung der Universität zu Köln. Untersucht wurde unter anderem, ob und unter welchen organisatorischen Bedingungen Leichte Sprache die Teilhabe am Arbeitsplatz unterstützen kann.
  • Forschungsstelle Leichte Sprache, Universität Hildesheim
    Wissenschaftliche Forschung, Regelsets und Logos für Leichte und Einfache Sprache. Die aktuell veröffentlichten Logos setzen keine obligatorische Zielgruppenprüfung voraus.
  • Inclusion Europe – European Easy-to-Read Guidelines
    Europäische Regeln und Logo-System. Die Nutzung des Logos setzt unter anderem eine Prüfung durch mindestens eine Person mit intellektueller Behinderung voraus.
  • capito Qualitätsstandard
    Qualitätssystem mit Sprachstufen A1, A2 und B1 sowie standardisierter Zielgruppenprüfung.
  • Einfach-für-alle.de
    Praxisorientierte Informationen, Beispiele und Checklisten rund um barrierefreie Kommunikation und Leichte Sprache.

Einfache Sprache – Grundlagen und Guides

  • Plain Language Association International (PLAIN)
    Internationale Organisation für klare, adressatengerechte Sprache und Plain-Language-Prinzipien.
  • DIN ISO 24495-1 und DIN 8581-1
    Für professionelle Projekte sind diese Normen die belastbarere Referenz als lose Sammlungen von Stilregeln im Web.

Tools, Checklisten & Praxisressourcen

  • WebAIM – WAVE Accessibility Checker
    Online- und Browser-Werkzeug zur Erkennung zahlreicher WCAG-relevanter Probleme. WAVE selbst weist ausdrücklich darauf hin, dass automatisierte Tests keine vollständige Barrierefreiheitsprüfung ersetzen.
  • axe DevTools
    Browser-Erweiterung für automatisierte Accessibility-Checks; eine kostenlose Basisversion ist verfügbar.
  • Google Lighthouse
    In Chrome DevTools integrierte Audits unter anderem für Accessibility, Performance und SEO.
  • NVDA
    Kostenloser Screenreader für Windows. Sinnvoll für manuelle Tests von Navigation, Lesereihenfolge, Formularen und Alternativtexten.
  • a11y-Project
    Open-Source-Ressourcen, Checklisten und Coding-Guidelines für barrierefreie Websites.
  • Deutsches Institut für Menschenrechte – Barrierefreiheit
    Hintergrundinformationen zu Barrierefreiheit und Teilhabe aus menschenrechtlicher Perspektive.

Barrierefreie Word- und PDF-Dokumente

  • Bundesfachstelle Barrierefreiheit
    Praxisanleitungen zu Formatvorlagen, Überschriften, Alternativtexten, Lesereihenfolge, Metadaten, getaggten PDFs und PDF/UA.
  • PDF-Export aus Word und LibreOffice
    Wichtige Grundregel: strukturiert exportieren statt über die Druckfunktion. Word liefert eine gute Grundlage, aber nicht automatisch vollständige PDF/UA-Konformität.

SEO, AI Overviews, GEO und technische Sprachversionen

  • Google Search Central – Generative AI Features
    Google stellt klar, dass für AI Overviews und AI Mode die normalen SEO-Grundlagen weiter gelten, keine zusätzlichen technischen Anforderungen bestehen und kein spezielles AEO- oder GEO-Markup erforderlich ist.
  • Google Search Central – lokalisierte Versionen / hreflang
    Für hreflang unterstützt Google Sprachcodes nach ISO 639-1 und optional Regionscodes nach ISO 3166-1 Alpha 2. de-simple ist deshalb als URL-Bezeichnung möglich, aber kein gültiger Google-hreflang-Code.

WordPress-spezifische Quellen

  • WPML – Language Setup und hreflang-Dokumentation
    WPML kann benutzerdefinierte Sprachen und getrennte Sprachverzeichnisse verwalten und erzeugt hreflang-Tags automatisch. Bei Custom Languages müssen die ausgegebenen Sprachwerte deshalb auf Google-kompatible Codes geprüft werden.
  • WordPress Accessibility Team / Knowledge Base
    Die WordPress-Accessibility-Dokumentation wurde 2026 neu geordnet. Das Team-Handbuch konzentriert sich stärker auf Teamarbeit und Coding-Standards; die praxisbezogenen Inhalte zu Content, Themes, Formularen, Tests und Accessibility-Ready-Anforderungen werden in der WordPress Accessibility Knowledge Base gepflegt.
  • Make WordPress Accessible
    Community-Projekt zur Förderung von Barrierefreiheit im WordPress-Core und im Ökosystem.
  • Accessibility-Ready Themes (WordPress Repository)
    Themes, die definierte Accessibility-Anforderungen des WordPress-Theme-Reviews berücksichtigen. Das Label ersetzt trotzdem keinen vollständigen Website-Audit.

Häufige Fragen: Leichte Sprache und Einfache Sprache auf Websites

▶Was ist der Unterschied zwischen Leichter Sprache und Einfacher Sprache?

Leichte Sprache ist ein streng geregeltes Kommunikationsformat mit klar definierten Regeln für Satzbau, Wortwahl und Layout. Sie verwendet sehr kurze Hauptsätze, vermeidet Nebensätze und Fremdwörter und richtet sich vor allem an Menschen mit kognitiven Einschränkungen. Texte in Leichter Sprache sollten idealerweise von der Zielgruppe geprüft werden.

Einfache Sprache ist flexibler. Sie orientiert sich an verständlicher Alltagssprache, erlaubt Nebensätze und Fachbegriffe – sofern diese erklärt werden. Sie richtet sich an eine deutlich breitere Zielgruppe, etwa Menschen mit geringen Deutschkenntnissen oder Leser, die Inhalte schnell erfassen möchten.

▶Wann ist Leichte Sprache auf einer Website sinnvoll?

Leichte Sprache ist besonders sinnvoll, wenn eine klar definierte Zielgruppe mit kognitiven Einschränkungen angesprochen wird oder wenn gesetzliche Anforderungen bestehen. Das betrifft häufig Behörden, soziale Einrichtungen oder öffentliche Stellen.

Sie eignet sich nicht als allgemeines Marketinginstrument, sondern als gezieltes Angebot für Nutzer, die auf stark vereinfachte Inhalte angewiesen sind.

▶Ist Einfache Sprache für Unternehmens-Websites empfehlenswert?

Ja. Einfache Sprache kann die Verständlichkeit deutlich erhöhen, ohne fachliche Inhalte vollständig zu reduzieren. Gerade Blogs, Informationsportale oder Unternehmensseiten profitieren davon.

Sie hilft, komplexe Themen klarer zu strukturieren und senkt die kognitive Belastung der Leser. Das verbessert häufig die Nutzererfahrung und kann sich indirekt positiv auf Verweildauer und Absprungrate auswirken.

▶Wie lassen sich Leichte und Einfache Sprache in WordPress umsetzen?

In WordPress kannst du Leichte Sprache als eigenständige Unterseiten oder klar gekennzeichnete Bereiche anlegen. Wichtig ist eine saubere Struktur mit eindeutigen Seitentiteln und klarer Navigation.

Einfache Sprache lässt sich direkt in reguläre Inhalte integrieren, etwa durch verständliche Einleitungen oder erklärende Abschnitte. Bei größeren Projekten lässt sie sich auch als eigene Sprachversion umsetzen, zum Beispiel über WPML mit einer klaren URL-Struktur wie /de-simple/.

Entscheidend ist, dass du dich bewusst für ein Konzept entscheidest und keine unklaren Mischformen erzeugst.

▶Hat Leichte oder Einfache Sprache Auswirkungen auf SEO?

Ja. Einfache Sprache kann positive Effekte auf SEO haben, da klare Struktur, verständliche Definitionen und kurze Sätze sowohl Nutzern als auch Suchmaschinen helfen.

Bei Leichter Sprache ist Vorsicht geboten, wenn parallele Versionen desselben Inhalts existieren. Ohne klare Abgrenzung kann es zu inhaltlichen Überschneidungen oder interner Keyword-Konkurrenz kommen. Eine saubere Struktur- und Keyword-Strategie ist daher entscheidend.

▶Muss Leichte Sprache geprüft werden?

Eine Zielgruppenprüfung ist für Leichte Sprache fachlich sehr sinnvoll und bei manchen Logos verpflichtend. Das Inclusion-Europe-Logo und die capito-Gütesiegel setzen eine Prüfung durch die Zielgruppe voraus. Die aktuell veröffentlichten Logos der Forschungsstelle Leichte Sprache der Universität Hildesheim können dagegen bei Einhaltung ihres Regelsets auch ohne Zielgruppenprüfung verwendet werden.

Einfache Sprache benötigt nicht automatisch ein Siegel oder eine formale Prüfung. Für professionelle Angebote sollte die Verständlichkeit trotzdem redaktionell, technisch und möglichst mit realen Nutzern geprüft werden.

▶Verlangt das BFSG Leichte Sprache?

Nein. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt seit dem 28. Juni 2025 für bestimmte Produkte und Dienstleistungen der Privatwirtschaft, darunter Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr. Es macht aber nicht jede Unternehmenswebsite automatisch BFSG-pflichtig.

Das BFSG verlangt Barrierefreiheit im jeweiligen Anwendungsbereich, schreibt jedoch nicht pauschal vor, dass sämtliche Inhalte in Leichter Sprache bereitgestellt werden müssen. Leichte oder Einfache Sprache kann die Verständlichkeit sinnvoll unterstützen, ersetzt aber die technischen Anforderungen an digitale Barrierefreiheit nicht.

▶Welche DIN-Normen gelten für Einfache und Leichte Sprache?

Einfache Sprache: DIN ISO 24495-1:2024-03 beschreibt Grundsätze und Leitlinien. DIN 8581-1:2024-05 konkretisiert die Anwendung für die deutsche Sprache.

Leichte Sprache: DIN SPEC 33429:2025-03 enthält Empfehlungen für Deutsche Leichte Sprache, einschließlich sprachlicher, visueller und prozessbezogener Aspekte.

Typografie: DIN 1450:2024-11 behandelt die Leserlichkeit von Schriften allgemein.

▶Kann KI Leichte oder Einfache Sprache automatisch erstellen?

KI kann einen guten ersten Entwurf liefern und den Redaktionsprozess deutlich beschleunigen. Das gilt für allgemeine Systeme wie ChatGPT ebenso wie für spezialisierte Anwendungen wie SUMM AI.

Für professionelle Ergebnisse bleibt Post-Editing notwendig: Fakten, ausgelassene Informationen, Zielgruppeneignung, Terminologie und Sprachniveau müssen geprüft werden. Bei Leichter Sprache kann zusätzlich eine Prüfung durch die Zielgruppe erforderlich sein, wenn ein bestimmtes Logo oder Qualitätssystem genutzt werden soll.

▶Ist de-simple ein gültiger hreflang-Code?

Nein. de-simple kann als interne Bezeichnung oder als URL-Pfad wie /de-simple/ sinnvoll sein. Für Google ist es jedoch kein unterstützter hreflang-Wert.

Google unterstützt bei hreflang Sprachcodes nach ISO 639-1 und optional Regionscodes nach ISO 3166-1 Alpha 2. Die Sprachvariante „Einfache Sprache“ besitzt keinen eigenen ISO-639-1-Code.

▶Welche kostenlosen Tools helfen beim Testen einer barrierefreien Website?

Für einen ersten technischen Check eignen sich unter anderem WAVE, die kostenlose axe-DevTools-Erweiterung und die Accessibility-Prüfung in Google Lighthouse. Mit dem kostenlosen NVDA-Screenreader kannst du die Nutzung aus Screenreader-Perspektive testen.

Automatisierte Tests erkennen nur einen Teil der Probleme. Ergänze sie durch Tastaturtests, Screenreader-Tests und – wenn möglich – Tests mit realen Nutzern.

▶Wie erstelle ich aus Word ein möglichst barrierefreies PDF?

Nutze bereits in Word echte Überschriften-Formatvorlagen, Listen und Tabellenstrukturen, Alternativtexte für Bilder, eine sinnvolle Lesereihenfolge sowie Dokumenttitel und Sprache. Exportiere anschließend über „Speichern unter“ oder „Exportieren“ und aktiviere Dokumenteigenschaften sowie Dokumentenstrukturtags für Barrierefreiheit.

Verwende nicht die Druckfunktion zur PDF-Erzeugung. Ein reiner Bild-Scan ist ebenfalls nicht barrierefrei; er benötigt OCR, Tags, korrekte Lesereihenfolge und weitere Nachbearbeitung.

▶Welche WCAG-Version ist für das BFSG relevant?

Für die technische Umsetzung ist die EN 301 549 die zentrale europäische Referenz. Die weiterhin harmonisierte Fassung V3.2.1 verweist für Websites auf WCAG 2.1 A und AA.

Im September 2026 wurde EN 301 549 V4.1.1 veröffentlicht; sie übernimmt WCAG 2.2 für Webinhalte. Solange diese Fassung noch nicht als harmonisierte Norm im EU-Amtsblatt zitiert ist, sollte bei einer BFSG-Bewertung zwischen geltender harmonisierter Referenz und künftigem technischen Ziel unterschieden werden.

▶Braucht eine BFSG-pflichtige Unternehmenswebsite eine Erklärung zur Barrierefreiheit?

Private Dienstleistungserbringer, die unter das BFSG fallen, müssen Informationen nach § 14 und Anlage 3 BFSG in barrierefreier Form bereitstellen. Darin wird unter anderem erläutert, wie die Dienstleistung die geltenden Barrierefreiheitsanforderungen erfüllt.

Diese BFSG-Information ist nicht identisch mit der formalen Erklärung zur Barrierefreiheit nach BGG und BITV für öffentliche Stellen des Bundes.

▶Muss eine barrierefreie Website genau eine H1 haben?

Für WordPress und SEO ist eine eindeutige Hauptüberschrift als H1 eine sehr sinnvolle Praxis. WCAG schreibt jedoch nicht pauschal vor, dass auf jeder Seite exakt eine H1 vorhanden sein darf.

Für Barrierefreiheit entscheidend sind aussagekräftige Überschriften und eine logische Hierarchie. Überschriftenebenen sollten die inhaltlichen Beziehungen widerspiegeln und unnötige Sprünge möglichst vermieden werden.

Fazit

Fazit: Einfache Sprache als strategischer Standard

Sprachliche Barrierefreiheit ist kein Zusatz, sondern ein zentraler Bestandteil moderner Inhalte. Leichte Sprache erfüllt wichtige Anforderungen für klar definierte Zielgruppen, ist aber streng geregelt und nicht für jede Website geeignet.

Einfache Sprache bietet die bessere Balance aus Verständlichkeit und fachlicher Tiefe. Sie lässt sich flexibel einsetzen, verbessert die Nutzererfahrung und macht Inhalte gleichzeitig leichter für Suchmaschinen und KI-Systeme erfassbar.

Die zentrale Empfehlung: Setze Einfache Sprache als Standard ein und ergänze Leichte Sprache dort, wo Zielgruppe oder rechtlicher Kontext sie sinnvoll machen. So schaffst du Inhalte, die Menschen besser verstehen und die technisch sauber strukturiert sind. Einen garantierten Ranking- oder Zitationsvorteil in Suchmaschinen und KI-Systemen gibt es dadurch nicht.