Rebrush der Domain

Header-Bild:ChatGPT

Meine Domain zurwebsite.de existiert seit 2002. Version 1.0 ging kurz nach meiner einjährigen Weiterbildung zum IT-Manager Neue Medien online – zu einem Zeitpunkt, als ich mich endgültig entschieden hatte, der klassischen Werbung den Rücken zu kehren. Fortan arbeitete ich als Freelancer im digitalen Bereich mit wechselnden Teampartnern.

Meine Entscheidung für SEO

Über die Jahre verschoben sich die inhaltlichen Schwerpunkte ganz natürlich – entsprechend der Anforderungen unserer Kunden. Unser Arbeitsspektrum reichte von CMS-Lösungen über Online-Shops bis hin zu Internetauftritten für den chinesischen Markt. Suchmaschinenoptimierung spielte damals bestenfalls eine Nebenrolle. Unsere Kunden fanden das Thema „spannend“, allerdings nicht spannend genug, um dafür Geld auszugeben. Sichtbarkeit war natürlich gewünscht – aber bitteschön umsonst.

SEO-Wolf in Lohn und Brot

Mit der Wirtschaftskrise 2009 zerfiel auch mein Freelancer-Netzwerk, und für mich begann ein beruflicher Neustart: als SEO in Köln. Zunächst bei Fairrank, später als Senior SEO Consultant in der Fullservice-Agentur reality bytes neue medien.

Meine eigene Domain lag jahrelang brach – bis 2017, als unsere Agentur durch eine Fusion Teil der TWT Digital Group wurde. In diesem Zuge reaktivierte ich zurwebsite.de und machte daraus einen SEO-Blog. Offiziell, um mein Wissen zu dokumentieren. Inoffiziell meldete sich jedoch mein Bauchgefühl: Du brauchst langsam einen Plan B.

Der Grund lag auf der Hand: TWT Düsseldorf – das Headquarter der Group – befand sich exakt am selben Standort wie einst Grey Düsseldorf, der für mich als extrem furchtbar erlebten letzten Station meiner Texterlaufbahn. Karma, Déjà-vu oder einfach ein schlechter Scherz? Wie auch immer – in jedem Fall ein Ort, an dem ich nie wieder hätte landen wollen.

Nach einer Verschmelzung im Jahr 2024 wurde TWT Growth – im Prinzip der verbliebene Rest von reality bytes – endgültig unter das neue Markendach der TWT Group GmbH integriert. Genau zu diesem Zeitpunkt traf es mich und einige andere Kollegen: Kündigung aus „betrieblichen Gründen“, so hieß es wenigstens. Ich war damals 63 Jahre alt und durfte sehen, wo ich bleibe. So viel zu TWT.

Wenn dir jemand in den Hintern tritt, kannst du – wenn überhaupt – nur nach vorne fallen. Also: gleich wieder aufstehen, die Krone richten und weitermachen. Mein Antrieb war die Künstliche Intelligenz und damit vebundene neue Perspektiven für SEO.  Zugegeben: Als der Hype 2023 so richtig Fahrt aufnahm, war ich erst noch skeptisch –  wegen Schwachstellen im Data-Mining und sogenannter Halluzinationen, aber sicher auch wegen der Google Richtlinien, E-E-A-T und Page Exeperience. Doch die Bedenken legten sich nach einiger Zeit.

Pushing Boundaries

Ohne meinen Arbeitgeber und irgendwelchen Abgabedruck wurde ich allmählich wieder ein freier Kopf. Ich begann mit kostenlos verfügbaren KI-Tools zu experimentieren. Mit Texten, mit Codes und mit Bildern. Zuerst mit ChatGPT, dann mit Claude, Perplexity – und dazu erste visuelle Prompting-Versuche in Midjourney und später Leonardo.

Ich bekam zunehmend Spaß an Iteration, am Vor-, Nach- und Zurück-Prompten. Und ich blieb dran, weil die Ergebnisse tatsächlich immer besser wurden. Ausgenommen Perplexity – das ist für mich eher für die Tonne, jedenfalls bislang.

Spätestens im letzten Herbst war dann klar: zurwebsite.de kommt zurück ins Spiel. Als meine eigene Testumgebung für alles, was heute unter AEO (Answer Engine Optimization) und GEO (Generative Engine Optimization) funktionieren kann – und auch Sinn ergibt.

Vom Vorspiel mit KI…

Ganz klar: KI ist kein Ersatz für eigenen Hirnschmalz, aber eine enorme Hilfe bei Recherchen, beim Strukturieren und Optimieren von Ideen. Hin und wieder führte mich die KI auch zu einem Perspektivenwechsel. Antworten und  Hinweise motivierten mich, den einen oder anderen Inhalt mal ganz neu zu überdenken. Das alles hat verdammt viel Spaß gemacht.  Was dabei herauskam, waren:

  • Wertvolle Erkenntnisse aus unzähligen LLM-Testszenarien
  • Stockfotos tschüss! Hero-Bilder mit klaren Aussagen zum jeweilen Content.
  • LLM-freundliche Struktur im Content: Kurzfassungen, Listen, Tabellen und FAQ-Blöcke
  • Generierter JSON-LD-Code und CSS. Kann KI besser. Funktioniert. Reicht.
  • Mit KI generierte SERP-Snippets, die ich meistens kaum hätte besser machen können. Hut ab ChatGPT. Gan z ehrlich (Zwinker Smiley)

…zum Rebrush meiner Website

Mein alter Blog wirkte auf mich zunehmend wie ein Lost Place. Viele Inhalte waren in die Jahre gekommen, einige davon auch längst aus der Zeit gefallen. Dazu kam eine manchmal unglückliche Auswahl von Stockfotomatrial  aus kostenlosen Bilddatenbanken wie etwa Unsplash oder Pexels. Alles in allem kein großes Kino. Durch die tägliche Übung mit KI kehrte bei mir der kreative Hunger zurück. Ab Herbst 2025 fing ich an aufzuräumen und neu aufzusetzen. Natürlich auch mit Unterstützung von KI – meistens ChatGPT und Leonardo.

Die Seo-Watcher

Mein Ziel war es, den bisherigen SEO-Inhalt auf den heutigen Stand zu bringen und neue Perspektiven mit KI aufzuzeigen.  Template und die Navigationsstruktur der Website sollten  nicht angefasst werden. Aber ein neuer Anstrich für den visuellen Auftritt war überfällig. Den habe ich komplett neu durchdacht. Weg von klischeehaften Metaphern aus dem Tech-Ökosystem.  Hin zu lebendigeren und menschlich fühlbaren Bilderwelten. Moderne IT im Gewand einer längst vergangenen Zeit, die auf eine magische Weise noch in mir lebt. Die Erinnerung an Comics, Filmplakate und Reklame aus den 30er bis 50er Jahren. Von dort kamen die kreativen Impulse für den folgenden Rebrush:

1. Leitbildidee

Ein  50’s-Retro-SEO-Blog, der mehr bietet als  Tutorials zu erzählen. Er inszeniert SEO & KI als spannende Expeditionen in eine Welt, die zwischen Technik und Menschlichkeit steht.

  • Technik ist eine filmreife Bühne
  • Menschen sind Helden
  • SEO ist ein Abenteuer, KI sowieso
  • Leitbildfiguren sind SEO Watcher (m/w) mit blauer SEO-Brille

2. Roter Faden für die Gestaltung

  • 50er-Werbeästhetik
  • B-Movie-Dramatik
  • Menschen im Fokus
  • Überzeichnete Arbeitsszenen
  • Ironischer Ernst

Die Bildwelt greift die optimistische Aufbruchsstimmung der 1950er Jahre auf:

  • Fortschritt wird gefeiert
  • Technik wirkt mechanisch, greifbar, physisch
  • Alles ist plakativ, selbstbewusst, positiv aufgeladen Es geht nicht um digitale Kälte – es geht um das Versprechen von Zukunft.

3.  Farbwelt

  • Warmes Retro-Gelb
  • Petrol / Dunkelblau
  • Rostrot
  • Cremeweiß
  • bloß keine Neon-Tech-Farben und Ähnliches, was an IT und Gaming etc. erinnert

4. Typografie im Bild

  • Große plakative Überschrift
  • Typographie im Stil der Retro-Plakatkunst
  • Wenig Text
  • Keine langen Codezeilen
  • Fachbegriffe klar und korrekt

Die Reise geht weiter…

Mit dem aktuellen Stand ist das alles hier noch längst nicht fertig. Die Website darf und wird eine Baustelle bleiben, quasi ein wildwüchsiger Garten, der zwischendurch aber auch gepflegt werden möchte.

Bestimmte Fragen kommen immer wieder auf, zum Beispiel:

  • Wenn Menschen die Helden im SEO-Ökosystem sind, welche Rollen können diese dann spielen?
  • Wo und wie kann der SEO-Watcher helfen, damit alles gut wird?
  • Wo positioniert sich die Zielgruppe, wie viel Raum steht für sie bereit ?

Neu Ansätze kommen und gehen auf dem Weg der weiteren Umsetzung. Alles bleibt beweglich. Und das ist auch gut so. Schließlich ist SEO ebenfalls kein begrenztes Projekt, sondern immer ein kontinuierlicher Prozess. Das heißt: dicht dran bleiben und schauen, was geht. Entsprechend landen interessante Beobachtungen und Erfahrungen künftig wieder mehr  im Blog. Dort stören sie nicht, können aber vielleicht jemandem helfen.