Header-Bild:ChatGPT
**Kurzfassung**
Barrierefreiheit im Web bedeutet, Websites so zu gestalten, dass sie von allen Menschen genutzt werden können – unabhängig von körperlichen, sensorischen oder kognitiven Einschränkungen. Dazu gehören gut strukturierte Inhalte, klare Sprache, ausreichende Kontraste, Tastaturbedienbarkeit und technisch sauberes HTML.
Digitale Barrierefreiheit verbessert nicht nur die Nutzerfreundlichkeit, sondern auch SEO, Ladezeiten und KI-Verständlichkeit. Suchmaschinen und KI-Systeme profitieren von klaren Strukturen, semantischen Auszeichnungen und verständlichen Inhalten.
Spätestens mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) wird Barrierefreiheit für viele Unternehmen zur Pflicht. Wer frühzeitig handelt, reduziert rechtliche Risiken, erhöht die Reichweite und schafft nachhaltige digitale Qualität.
Menschen, die Barrierefreiheit im Internet benötigen
Es gibt keine exakte Zahl, wie viele Menschen mit Einschränkungen das Internet barrierefrei nutzen, aber es gibt starke Indikatoren: Rund 7,8 Millionen Menschen in Deutschland haben eine anerkannte Schwerbehinderung, und 10 % aller Menschen benötigen Barrierefreiheit, um online teilzunehmen
Diese Menschen leben mit körperlichen, psychischen oder neurologischen Einschränkungen, die ihnen eine Teilnahme in der digitalen Welt enorm erschweren, wenn nicht sogar unmöglich machen. Bemühungen, Computer auch für Behinderte zugänglich zu machen, sind sogar schon älter als das Internet selbst.
Eine Website oder einen Blog für User mit unterschiedlichen Behinderungen – so weit wie möglich – zugänglich sprich barrierefrei zu gestalten, war bereits in früheren Internetzeiten eine besondere Anforderung an Entwickler und Designer – hinsichtlich Inhalt, Gestaltung und Interaktion. Auch für die Suchmaschinenoptimierung macht Barrierefreiheit durchaus Sinn, denn:
Barrierefreie Websites
- fördern ein gutes Google-Ranking
- erschließen neue Zielgruppen
- steigern die Zufriedenheit der Nutzer
- verhindern Frustration und hohe Absprungraten
Barrierefreiheit – für wen?
Nutzergruppen mit folgenden Behinderungen sollten berücksichtigt werden:
- Blindheit/ Sehbehinderung: Kontraste, Schriftgrößen
- Photosensibilität
- Gehörlosigkeit und nachlassendes Hörvermögen,
- Lernbehinderungen
- kognitive Einschränkungen
- motorische Einschränkung (Bewegungsfähigkeit)
- Sprachbehinderungen
- Kombinationen aus den oben aufgezählten Behinderungen
WCAG Version 1.0
**TL;DR:**
Die Web Accessability Initiative (WAI) des W3C legte im Jahr 1999 erstmals Richtlinien für Zugänglichkeitsanforderungen fest, die sogenannten Web Content Accessibility Guidlines (WCAG). Diese Richtlinien wurden in Deutschland dann auch zur Grundlage der BITV (Barrierefreie Informationstechnologie Verordnung). Laut WCAG besteht das Hauptziel darin, allen Besuchern einer Website eine bestmögliche Nutzererfahrung zu bieten. Heute gelten auch WCAG 2.1 oder WCAG 2.2 (2013)
Worum geht es?
Webseiten müssen im Sinne dieser Guidelines folgende Anforderungen erfüllen.
- Wahrnehmbarkeit: Alle Informationen und Schnittstellen müssen Usern so präsentiert werden, dass diese sie problemlos wahrnehmen können.
- Bedienbarkeit: Alle Bestandteile und Navigation müssen bedienbar sein.
- Verständlichkeit: Informationen und Bedienung der Benutzerschnittstelle müssen verständlich sein.
- Robustheit: Alle Inhalte müssen robust genug sein, damit sie dauerhaft zuverlässig von relevanten als auch von neuen Techniken interpretiert werden können und barrierefrei bleiben. Das Problem daran ist: Die digitale Welt verändert sich ständig und daher mussten auch die Richtlinien aktualisiert werden.
Und sollte einer dieser Punkte nicht erfüllt sein, dann würden Benutzer mit Behinderungen nicht in der Lage sein, das Web zu nutzen.
Mitte der Nuller-Jahre hatte sich das Thema Accessablity zu einem regelrechten Hype entwickelt, der in zwar aller Munde war – jedoch wie oft wurde mehr versprochen als gehalten werden konnte. Nur wenige kommerzielle Websitebetreiber trauten sich wirklich an eine echte Umsetzung der Vorgaben der BITV heran. Und viel zu lange Zeit wurden barrierefreie Websites nur von ganz wenigen Anbietern beispielsweise Behörden, Schulen etc. angegangen. Doch dann kam gesetzliche Auflagen.
Behindertengleichstellungsgesetz – BGG
Quelle: Gesetzgebung und Standards
Seit 2016 gilt das Gesetz (Erweiterung 2018) zur Gleichstellung behinderter Menschen und Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung mit den Standards, an die sich Website-Betreiber halten müssen: Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) und die Europäische Norm 301 549.
Die EU-Richtlinie für den barrierefreien Zugang zu Websites und mobilen Apps öffentlicher Stellen verpflichtet öffentliche Stellen in der gesamten EU – also Verwaltungen, aber beispielsweise auch Gerichte, Polizeidienststellen, öffentliche Krankenhäuser, Universitäten oder Bibliotheken – zur Barrierefreiheit -kostenlose Websites und Apps.
Erweiterung auf Unternehmen: Mit dem BFSG (Umsetzung des European Accessibility Act) gelten Barrierefreiheitsanforderungen auch für viele private Anbieter von Produkten und Dienstleistungen (z.B. Online-Shops, Bankdienstleistungen) – eine Pflicht, die ab Mitte 2025 umgesetzt wird.
Aktuelle WCAG-Versionen: Es wird auf die WCAG 2.1 oder WCAG 2.2 verwiesen
Das bedeutet, dass in Deutschland Barrierefreiheit für öffentliche Stellen auf allen Ebenen heute verpflichtend ist.
Checkliste zur Barrierefreiheit + SEO + KI-Optimierung
**TL;DR:**
Alles, was für Menschen leicht nutzbar ist, ist auch für Suchmaschinen und KI verständlich. Barrierefreiheit sorgt für klar strukturierte, verständliche und technisch saubere Inhalte – und macht Websites damit gleichzeitig nutzerfreundlich, suchmaschinenoptimiert und zuverlässig für KI-Systeme.
Inhalte & Sprache (Nutzer- und KI-freundlich)
☐ Klare, einfache Sprache (kurze Sätze, aktive Formulierungen)
☐ Fachbegriffe erklärt oder vermieden
☐ Sinnvolle Absätze (3–5 Zeilen)
☐ Aufzählungen statt Textwüsten
☐ Keine Informationen nur über Farbe oder Position vermitteln
SEO- & KI-Effekt:
Bessere Verständlichkeit → höhere Verweildauer → bessere Interpretation durch LLMs
Überschriften & Struktur (Semantik ist entscheidend)
☐ Genau eine H1 pro Seite
☐ Logische Hierarchie (H1 → H2 → H3)
☐ Überschriften beschreiben den Inhalt klar
☐ Keine Überschriften nur für Designzwecke
SEO- & KI-Effekt:
Suchmaschinen & KI erkennen Themen, Zusammenhänge und Prioritäten besser
Bilder, Grafiken & Medien
☐ Jedes relevante Bild hat einen sinnvollen Alt-Text
☐ Alt-Texte beschreiben Funktion oder Inhalt – nicht das Design
☐ Dekorative Bilder haben leeren Alt-Text (alt=““)
☐ Keine wichtigen Infos nur als Bild eingebunden
SEO- & KI-Effekt:
Visuelle Inhalte werden für Screenreader und KI erklärbar
Navigation & Bedienbarkeit
☐ Website vollständig mit Tastatur bedienbar
☐ Sichtbarer Fokus (z. B. bei Tabs & Links)
☐ Logische Tab-Reihenfolge
☐ Keine versteckten Inhalte ohne Fokus
SEO- & KI-Effekt:
Klare Nutzerführung = bessere Nutzersignale & weniger Absprünge
Farben, Kontraste & Lesbarkeit
☐ Ausreichender Farbkontrast (Text / Hintergrund)
☐ Text auch ohne Farbe verständlich
☐ Schriftgröße skalierbar (kein fixes Pixel-Layout)
☐ Keine zu engen Zeilenabstände
SEO- & KI-Effekt:
Verbesserte User Experience für zu mehr Sicherheit. Zugegeben kann der Farbkontrast manchmal eine Herausforderung sein.
Technisches HTML und strukturierte Daten
☐ Sauberes, valides HTML
☐ Semantische Elemente (header, nav, main, footer)
☐ Formulare korrekt beschriftet (label)
☐ Fehlerseiten (404) verständlich aufgebaut
SEO- & KI-Effekt:
Robuste Technik = bessere Crawlbarkeit und KI-Verlässlichkeit, denn KI erkennt Bedeutung, nicht nur Text.
Links und Call-to-Action Elemente
☐ Aussagekräftige Linktexte („Mehr zur Barrierefreiheit“, NICHT „Hier klicken“)
☐ Links auch ohne Kontext verständlich
☐ Klare Call-to-Actions
SEO- & KI-Effekt:
KI versteht Ziel und Bedeutung von Verlinkungen
Strukturierte Daten & KI-Signale
☐ FAQ-Seiten mit FAQPage Schema ausgezeichnet
☐ Klare Fragen-Antwort-Struktur
☐ Inhalte modular aufgebaut
☐ Keine widersprüchlichen Aussagen
SEO- & KI-Effekt:
Höhere Chance auf Featured Snippets & AI Overviews
Performance & Zugänglichkeit der Website
☐ Schnelle Ladezeiten
☐ Mobile Optimierung
☐ Keine automatisch startenden Medien
☐ Inhalte auch bei langsamer Verbindung nutzbar
SEO- & KI-Effekt:
Performance und positive UX-Signal sind Ranking-Faktoren
Rechts- und Zukunftssicherheit
☐ Orientierung an WCAG 2.1 / 2.2
☐ BFSG-Relevanz geprüft
☐ Regelmäßige Tests & Updates
☐ Barrierefreiheit als laufender Prozess verstanden
Strategischer Vorteil:
Rechtssicherheit + bessere Auffindbarkeit + KI-Kompatibilität
Quelle: aktion-mensch- wie-barrierefrei-ist-meine-website
FAQ – Häufige Fragen zur Barrierefreiheit im Web
Was bedeutet Barrierefreiheit bei Websites konkret?
Barrierefreie Websites sind so aufgebaut, dass sie auch mit Screenreadern, Tastatur, Sprachsteuerung oder mobilen Hilfsmitteln problemlos nutzbar sind. Inhalte müssen wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust sein.
Für wen ist digitale Barrierefreiheit wichtig?
Für Menschen mit Seh-, Hör-, Motorik- oder kognitiven Einschränkungen – aber auch für ältere Nutzer, mobile User, Suchmaschinen und KI-Systeme. Barrierefreiheit verbessert die Nutzung für alle.
Ist Barrierefreiheit gesetzlich vorgeschrieben?
Ja. Öffentliche Stellen sind bereits verpflichtet. Ab 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) auch für viele private Unternehmen, z. B. im E-Commerce und bei digitalen Dienstleistungen.
Welche Rolle spielen die WCAG-Richtlinien?
Die WCAG definieren internationale Standards für barrierefreie Webinhalte. Sie sind die wichtigste Grundlage für rechtssichere, technisch saubere und zukunftsfähige Websites.
Verbessert Barrierefreiheit wirklich die Suchmaschinenoptimierung?
Ja. Strukturierte Inhalte, klare Überschriften, Alt-Texte, gute Lesbarkeit und sauberes HTML sind zentrale SEO-Faktoren – und exakt das, was Barrierefreiheit fordert.
Was sind typische Barrieren auf Websites?
- fehlende Alt-Texte für Bilder
- schlechte Farbkontraste
- nicht bedienbare Navigation per Tastatur
- unklare Überschriftenstruktur
- komplizierte oder verschachtelte Sprache
Wie aufwendig ist es, eine Website barrierefrei zu machen?
Das hängt vom Ist-Zustand ab. Viele Verbesserungen (Struktur, Texte, Kontraste, Alt-Texte) sind schnell umsetzbar. Frühzeitige Planung spart deutlich Kosten gegenüber späteren Nachbesserungen.
Ist Barrierefreiheit auch für KI-Suchsysteme relevant?
Absolut. KI bevorzugt klar strukturierte, semantisch ausgezeichnete und verständliche Inhalte. Barrierefreiheit erhöht die Chance, in AI Overviews, Chatbots und Sprachassistenten korrekt dargestellt zu werden.
Deine WP-Site auf Barrierefreiheit prüfen und optimieren
Unter dem folgenden Link findest du Plugins und Methoden:
Barrierefreie Websites mit WordPress erstellen